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Eichenprozessionsspinner - Symptome, Behandlung und Vorbeugung der Raupendermatitis

26 Jun
Eichenprozessionsspinner-Raupe
Quelle: de.wikipedia.org
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Trotz systematischer Bekämpfung breitet sich der Eichenprozessionsspinner deutschlandweit immer mehr aus.

Für Menschen und Tiere kann der Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner, der ausschließlich Eichen bewohnt, sehr unangenehm werden, da die etwa zwei bis drei Millimeter langen Haare der Raupe ein hautreizendes Nesselgift enthalten. Dieses wird ab dem dritten Larvenstadium gebildet und führt zu juckenden und entzündlichen Hautreaktionen. Wenn die Raupen beunruhigt werden, brechen die innen hohlen Haare ab und das in ihnen enthaltene Eiweißgift Thaumetopoein kann sowohl beim Menschen als auch beim Tier eine Raupendermatitis auslösen.

Symptome der Raupendermatitis:

Die Reaktionen auf das Gift des Eichenprozessionsspinners sind zwar immer unangenehm, jedoch in der Regel ungefährlich. Das Jucken und die Pappeln gehen ohne Behandlung nach ca. ein bis zwei Wochen wieder weg. Meistens werden von den Reizungen alle Hautpartien, die nicht bedeckt waren, betroffen.

Folgende Symptome können auftreten:

  • In den meisten Fällen kommt es zu juckenden Quaddeln, so ähnlich wie nach dem Kontakt mit einer Brennnessel.
  • Pappeln, die an Insektenstiche erinnern, können entstehen.
  • Es kann zu weiteren entzündlichen Erscheinungen der Haut kommen.
  • Beim Einatmen kann es zu Bronchitis, Asthma und schmerzhaften Husten kommen.
  • Schleimhäute können betroffen werden und zur Augenentzündungen und Reizungen der Mund- und Nasenschleimhaut führen.
  • Im Falle einer vorherrschenden Allergie kann es zu schweren Erscheinungen und sogar bis zum anaphylaktischen Schock kommen.

Behandlung der Raupendermatitis:

Wenn Sie sich in einem Gebiet aufgehalten haben, wo die Raupen des Eichenprozessionsspinners vorkommen und einen juckenden Ausschlag bei sich bemerken, dann sollten Sie sich gründlich mit handwarmen Wasser abduschen und auch die Kleidung in der Waschmaschine waschen. Und auch wenn es Sie sehr juckt, versuchen Sie sich bis zur Dusche nicht zu kratzen, da sich sonst die feinen Härchen nur noch tiefer in die Haut bohren werden. Nach der Dusche empfiehlt es sich die betroffenen Hautstellen zu kühlen und ansonsten so diese so wie auch bei anderen Insektenstichen zu behandeln.
Bei Ausschlägen, die einer Nesselsucht ähneln kann das homöopathische Mittel Urtica urens D4, drei- bis viermal täglich eingenommen, helfen. Wenn die Pappeln eher Insektenstichen gleichen hilft Apis D4.

Einen Arzt sollten Sie unbedingt aufsuchen, wenn Allergien, Asthma, Husten, Augenentzündungen oder schwerere Ausschläge auftreten.

Vorbeugung:

Die Raupenperiode dauert von April bis Juni, in dieser Zeit sollten Sie befallene Gebiete lieber meiden. Allerdings sollten Sie bis in den September hinein vorsichtig sein,  denn auch in den verlassenen Nestern befinden sich noch viele der giftigen Brennhaare. Diese können übrigens auch bis zu 200 m weit fliegen und so auch dann gefährlich werden, wenn man keinen direkten Kontakt mit einer Raupe hatte. Deshalb an windigen Tagen besonders vorsichtig sein.

Informationen über befallene Gebiete können Sie in den Forstämtern erhalten.

Oft sind betroffene Waldgebiete oder Wege abgesperrt, darüber sollten Sie sich nicht hinwegsetzen. Und falls Sie doch ein befallenes Gebiet betreten, dann bleiben Sie auf den Wegen und durchstreifen nicht das Unterholz.

Um sich besser zu schützen sollten Sie lange Hosen und langärmlige T-Shirts tragen, am besten aus dicht gewebten Materialien.

Herab gestürzte Teile von Nestern oder Raupenhüllen nicht anfassen!

Sollten Sie einen Eichenprozessionnsspinner irgendwo erblicken, versuchen Sie nicht ihn oder das Nest selbst zu entfernen, sondern setzen Sie sich mit dem Revierförster oder Ihrer Gemeindeverwaltung in Verbindung. Die Beseitigung wird dann von Spezialisten, die über eine geeignete Schutzausrüstung verfügen, vorgenommen.

Kommentar zu “Eichenprozessionsspinner - Symptome, Behandlung und Vorbeugung der Raupendermatitis”
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Ute mollner

25.05 2013

Diese Ratschläge lassen sich nicht so einfach befolgen, wenn die befallenen Bäume direkt vor dem eigenen Garten stehen. d.h.: nicht rasenmähen, nicht harken, bei Wind am besten nicht aus dem Haus gehen!? Meine 82jährige Mutter sieht inzwischen aus als wenn sie die Windpocken hat. Salbe hilft nicht.
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